Thema: Mystizismus und Sexismus bei den Transformers

Forum: Transformers Allgemein

Autor Philister


Philister - 3/1/2014 um 12:30


Philister - 3/1/2014 um 12:30

In dem kürzlich erschienenen Buch „The Covenant of Primus“ werden nicht nur entgültig die Namen und Identitäten der originalen 13 Transformers geklärt, es wird auch ein für allemal (oder zumindest bis zur nächsten Revision) festgelegt, was es genau mit den weiblichen Transformers auf sich hat. Die weiblichen Transformer stammen alle von Solus Prime ab, der einzigen Frau unter den 13 (Schlumpfine lässt grüßen). Und wie es sich für einen weiblichen fiktiven Charakter geziemt ist Solus Prime natürlich ein wandelndes Klischee:

Ihre Systeme sind speziell für weitreichende parallele Prozesse ausgelegt.
=> Frauen können im Gegensatz zu Männern mehrere Sachen gleichzeitig machen

Sie findet Freude daran Dinge zu erschaffen
=> Frauen sind die Erschaffer, Männer die Zerstörer

Sie hat ein hitziges Temperament
=> Frauen flippen gerne mal aus

Sie hat eine romantische Verbindung mit Megatronus Prime, der später zu The Fallen wird
=> Frauen verlieben sich immer in die bösen Jungs

Aus Eifersucht tötet Megatronus sie, was zu seiner Verbannung führt
=> Frauen sterben als dramatische Charakterentwicklung für die Männer

Nach ihrem Tot leuchtet ihr Körper, verschmilzt mit Cybertron und wird zu einem langen Tunnel hinunter zu Vector Sigma. Die Quelle der Sparks, aus der alle späteren Transformers kommen, ist erschaffen.
=> Die einzige Frau wird zu Cybertrons Vagina.

Sicherlich ist es möglich, die Geschichte des ersten weiblichen Transformers noch sexistischer zu gestalten... aber im Moment wüsste ich nicht wie. Aber das führt mich wieder mal zu dem Thema, dass ich diese immer mehr in Mystizismus abdriftende Ursprungsgeschichte der Transformer zum Brechen finde.

Okay, die ursprüngliche Geschichte aus den Marvel Comics, dass sich die Cybertronier aus „natürlich vorkommenden Hebeln, Kabeln und Zahnrädern“ entwickelt haben war purer Stuß, keine Frage. Aber der Cartoon gab uns dann die aus meiner Sicht bis heute beste Ursprungsgeschichte, nämlich dass die Transformers ursprünglich von den Quintessons erschaffen wurden. Irgendwann wurden die Roboter dann so komplex, dass sie Emotionen und ein eigenes Bewusstsein entwickelten und sich gegen ihre Erschaffer auflehnten. Fertig. Mehr braucht es doch eigentlich nicht.

Aber nein, es geht ja nicht ohne Religion und Zauberei. Deshalb gibt’s einen Gott namens Primus, einen Teufel namens Unicron und diverse Zaubergegenstände, die auf mystische Weise den Transformers den göttlichen Lebensfunken einhauchen. Und es werden immer verworrene Gründe gesucht, warum es männliche und weibliche Transformers gibt, wo doch die Erklärung über die Quintesson-Geschichte ganz einfach ist. Die Quintessons erschufen die Transformers als Konsumgüter für andere Rassen und nach deren Vorbild, somit gab es männlich und weiblich aussehende Roboter. Fertig. Kein Sexismus, kein Mystizismus, eine ganz einfache und logische Erklärung.

Aber scheinbar ist es für uns als Menschen einfach nicht genug. Sollte natürlich nicht überraschen, ist doch der größte Teil der Menschheit immer noch nicht willens die Evolution anzuerkennen und glaubt lieber, dass wir von einem Gott geformt wurden anstatt uns auf natürliche Weise aus Einzellern entwickelt zu haben. Da muss das gleiche natürlich auch für außerirdische Roboter aus dem All gelten.

Ich hatte ja lange Zeit nicht mal was gegen die Idee von Primus und Unicron, als diese noch einfach als mächtige kosmische Wesen dargestellt wurden. Aber mit jeder neuen Version der Geschichte wird das ganze mystischer, religiöser und unlogischer. Zauberwaffen werden auf kosmischen Ambossen geschmiedet, magische Schlüssel können ganze Welten in Sekundenschnelle wieder instand setzen, die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Ich hoffe ja irgendwie, dass die nächste Revision der Transformers Ursprungsgeschichte eröffnet, dass dieser ganze Kram einfach nur eine Erfindung der Quintessons ist, weil diese hofften ihre Geschöpfe mittels Religion besser kontrollieren zu können (klappt auf der Erde ja seit Jahrtausenden ganz hervorragend). Primus ist wie der Zauberer von Oz nur Schall und Rauch, die Quintessons sind der Mann hinter dem Vorhang. Und Unicron wurde von Primacron gebaut, einem Feind der Quintessons, um die Konkurrenz auf dem Gebiet der Roboterkonstruktion zu eliminieren. Könnte man als wunderbares Gleichnis über den schwindenden Einfluss von Religion in der realen Welt konstruieren und vielleicht damit den Kindern noch klarmachen, dass sie Dinge auch mal hinterfragen sollen, anstatt einfach allen Mist, der ihnen vorgesetzt wird, zu akzeptieren.

VectorSigma - 4/1/2014 um 04:00

Interessant und auch gut geschrieben- und ich als Mit G- Einser verstehe auch worauf du hinaus willst.
Da ich "the covenant of Primus" nicht besitze und auch nicht weiss, ob dass jetzt die offizielle "Schöpfungsgeschichte" der TFs ist, kann ich dazu nicht viel sagen... aber:

- die Quintessons erschaffen die TFs als Verbrauchsmaterial (Autobots) und militärische Hardware (Decepticons)- aber nicht für andere Rassen. Wird afaik jedenfalls nirgends erwähnt.
- in G1 wird ja auch nicht erklärt wieso (also, der Grund warum es TFs mit Hüften und Brüsten gibt) und wo die Femmbots überhaupt herkommen.
- in G1 werden die TFs so unterschiedlich "hergestellt", (Vector Sigma- Stunticons/ Aeriobots, durch Einsetzen des Identitätchips- Combaticons, oder einfach so- Megatron/ Constructicons/ Dinobots) dass auch die Qintesson- These nicht mehr viel Sinn macht.

Ist jetzt keine Kritik an deinem Bericht, sondern nur meine Gedanken dazu  ;)


Knight3000 - 5/1/2014 um 16:05

Deiner Kritik am CoP schließe ich mich gerne an, aber ich würd gern mal drauf hinweisen, dass amerikanische Kreationisten und extremistische Fundamentalisten anderer Religionen nicht die Norm, sondern die Ausnahme darstellen. Die meisten religiösen Menschen haben kein Problem damit, auch wissenschaftliche Erkenntnisse und Weltmodelle anzuerkennen, und sehen zwischen biblischer/sonstiger religiöser Schöpfungsgeschichte und Urknall/Evolutionstheorie/etc keinen Wider spruch, da sie auf verschiedene Fragen antworten und verschiedene Lebensbereiche betreffen. In der Tat sind und waren viele Naturwissenschaftler, darunter Darwin und Lemaitre, religiös, Theologen oder sogar Priester.

Intoleranz erfahre ich in diesem Bereich vor allem von Atheisten.

Sorry, musste mal raus, hab's satt, dass religiöse Menschen immer als rückständig dargestellt werden.

Gaja Prime - 5/1/2014 um 17:45


Zitat:
In der Tat sind und waren viele Naturwissenschaftler, darunter Darwin und Lemaitre, religiös, Theologen oder sogar Priester.



Diese mussten sich aber auch erst behaupten..vorher hat man diese auch für bekloppt gehalten...wie mit jeder anderen Weltanschauungsszenario.

und das Atheisten Intoleranz sein sollen ist etwas hart gesagt...ich sag mal so...mir ist es wurst wer an wen,was oder wie glaubt....nur ich muss es mir nicht dauernd unter der nase reiben lassen. und tatsächlich gibt es einige Religionen oder Glaubensrichtungen die extrem mittelalterlich oder gar rückständig wirken.

Der Glaube ist das Mittel zum Zweck der Hoffnung. Religion und Glauben führen und zeigen die Richtung Diejenigen die sich führen lassen wollen oder sich anleiten..ganz gleich ob aus Schwäche,Überleben,Ansichten,Lebenseinstellung oder absoluter Fanatismus. aber ich selbst denke als Atheist,das es nicht ohne diese Religiöse Komponente im Leben funktioniert.

Den jeder glaubt an irgend etwas ,egal in welcher Form...schuld daran ist die hülle und fülle an Fantasien und die Interpretation unseres Verstandes.

Knight3000 - 5/1/2014 um 18:26


Zitat von Gaja, am 5/1/2014 um 17:45

Diese mussten sich aber auch erst behaupten..vorher hat man diese auch für bekloppt gehalten...wie mit jeder anderen Weltanschauungsszenario.



Darwin ja, Lemaitre und Einstein weniger.


Zitat von Gaja, am 5/1/2014 um 17:45

und das Atheisten Intoleranz sein sollen ist etwas hart gesagt...ich sag mal so...mir ist es wurst wer an wen,was oder wie glaubt....nur ich muss es mir nicht dauernd unter der nase reiben lassen. und tatsächlich gibt es einige Religionen oder Glaubensrichtungen die extrem mittelalterlich oder gar rückständig wirken.



"Wirken" ist dabei das wichtige Wort, weil oft gerade die rückständigen/fanatischen/mittelalterlich wirkenden Vertreter am medienwirksamsten darzustellen sind. Eine Milliarde Muslime können ein Lied davon singen. Und mir erging's halt so, dass ich in meinem Leben mit vielen fanatischen und missionierenden Atheisten zu tun hatte, andererseits aber intelligenten und toleranten religiösen Menschen.


Zitat von Gaja, am 5/1/2014 um 17:45

Der Glaube ist das Mittel zum Zweck der Hoffnung. Religion und Glauben führen und zeigen die Richtung Diejenigen die sich führen lassen wollen oder sich anleiten..ganz gleich ob aus Schwäche,Überleben,Ansichten,Lebenseinstellung oder absoluter Fanatismus. aber ich selbst denke als Atheist,das es nicht ohne diese Religiöse Komponente im Leben funktioniert.

Den jeder glaubt an irgend etwas, egal in welcher Form...schuld daran ist die hülle und fülle an Fantasien und die Interpretation unseres Verstandes.



Religion (und Philosophie) will dem (menschlichen) Leben einen Sinn geben, der über das Hier und Jetzt hinausgeht, etwas, das die Naturwissenschaften nicht können. Naturwissenschaftlich hat das Leben nur den "Sinn" der Fortpflanzung, Moral und Ethik braucht man nicht.

Zum Thema zurück:

[img width=403 height=600]http://www.shortpacked.com/comics/1388686734-2014-01-06-solusprime.png[/img]

Celice - 5/1/2014 um 19:30

Atheismus ist das Konzept des Nichtglaubens, aus der Zeit, in der die Menschen grade erst begonnen haben, die Kirche und alles Gott gegebene anzuzweifeln. Daher ist es kein wirkliches stabiles Konzept, welches auch weitesgehend durch den Agnostizismus ersetzt wurde. Agnostiker sind der Meinung, dass die Gottesfrage noch nicht geklärt ist und/oder nicht geklärt werden kann. Also eine etwas kompliziertere Version von "Vielleicht ja, vielleicht nein, ich weiß es nicht". Atheismus als Nichtglaube ist in dieser Hinsicht auch ein Widerspruch in sich, da der Nichtglaube ein Glaube ist. Religio bedeutet sich binden und damit ist NICHT gemeint, dass man sich an eine höhere Entität bindet, sondern an eine Weltanschaung. In ihrem Kern beantwortet jede Religion die folgenden 3 Fragen: Wo komme ich her? Was mache ich hier? Und wo gehe ich hin? Im Prinzip stellen die Antworten auf diese 3 Fragen die Grundlage für die menschliche Existenz dar. Daraus erschließt sich, dass auch die Naturwissenschaft eine Religion ist, denn auch an diese kann man sich binden und auch diese erklärt einem so gut sie kann, wo man her kam, was man hier macht und wo man hingeht. Da sie sich keiner Transzendenz bedient, die die Antworten auf alle Fragen parat hält, ist es ihr noch nicht ganz gelungen das wieso zu beantworten. Jedes denkende Wesen stellt sich früher oder später die Frage, was vor ihm war, also wo es her kommt, welchen Sinn seine Existenz hat, also was es hier macht und was sein wird, wenn es selbst nicht mehr ist, also wo es hingeht.

Fundamentalisten gibt es überall. Das Problem ist nur, dass einige dieser Fundamentalisten weniger intelligent sind, als andere und ihre Bewegung in die Öffentlichkeit bringen und damit ihre gesamte Glaubensgemeinde bloß stellen und brandmarken. Das Problem, dass im Moment alle gegen die Christen, in erster Linie die Kreationisten, wettern, ist ganz einfach, dass die amerikanische Gemeinde der Kreationisten immer größer wird und sich schon seit sehr sehr sehr langer Zeit moderner Medien, wie Radio, Fernseh und mittlerweile natürlich auch Internet bedient, um ihre Botschaft publik zu machen. Dadurch fallen sie einem viel stärker ins Auge, als z.B. die Rabbis, die in ihrem Dorf in Israel alle Nicht-Juden solange böse angucken, bis sie freiwillig verschwinden. Ein weiteres Problem ist auch die Mentalität der Amerikaner, für ihre Rechte und Meinung auf die Straße zu gehen und solange zu nerven, bis sie ihren Willen bekommen und Schulen die Evolutionstheorie gleich mit der Bibel behandeln. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass Menschen, die die Bibel als Wort für Wort richtig nehmen und nicht verstehen, dass es sich bei ihren Geschichten und Erzählungen um Sinnbilder und Metaphern handelt, echt hoffnungslose Fälle sind. Aber das es solche Menschen gibt, zeigt nur, dass die technologische Entwicklung der sozialen Entwicklung viel zu weit voraus ist. Auch die gesamte Diskussion um Sexismus gegenüber Frauen und das aufkommen der ganzen Extremen Frauenrechtlern, ist ein weiterer Beweis, dass die Gesellschaft länger braucht, um Veränderungen wie Gleichberechtigung zu akzeptieren. Wären wir soweit, dann würden wir sich die Dinge von selbst entwickeln lassen und keine Frauenqouten einführen oder überall Sexismusdiskussionen anfangen, wo es nur geht. Irgendwie habe ich grade den Faden verloren, also geht es jetzt weiter mit dem eigentlichen Thema, meiner Meinung zum Mystizismus im Transformer Universum:

Ich bin der Meinung, dass die Transformer bereits ohne das Buch genug, wenn nicht sogar zu viel, Mystizismus hatten. Wie oben erwähnt, findet früher oder später jedes Wesen zu einer Religion, daher ist es auch richtig, dass die Transformer eine haben. Dennoch gefällt mir persönlich die Geschichte mit den Quintesson besser. Davon abgesehen, gefallen mir aber auch die "simplen" Versionen der Marvel Comics, in denen Primus und Unicron Gott und Teufel der Transformer sind und mehr auch eigentlich nicht war. Auch die IDW Version gefällt mir wesentlich mehr, als die der 13 Primes. Ich bin der Meinung, dass den Transformern nicht zu viel göttlich vorherbestimmt sein sollten, wie z.B. die Garantie, dass es immer einen Prime und einen Megatronus geben wird, die die 13 Primes bringen. Oder so ähnlich. Ehrlich gesagt, habe ich das Buch nicht gelesen, aber wenn ich die Geschichte von Solus Prime lese, dann möchte ich das auch glaub ich nicht. Ich finde die Version von IDW, mit der führenden Hand, die erklärt, warum die Transformer die Matrix haben, warum sie transformieren können, warum sie Sparks und Hirnmodule haben, wurde sehr schön rüber gebracht. Es ist zwar vollkommen mystisch, aber im IDW Universum, wird diese Erklärung nicht einfach von den Transformern geschluckt. Es gibt Oppostion und Zweifler. Dadurch bekommt die gesamte Geschichte mehr von einem Mythos und einer Eventualität. Es ist keine eindeutig bewiesene Tatsache, sondern nur eine Geschichte, die stimmen KÖNNTE. Vorallendingen, da Primus im IDW Universum noch nicht aufgetaucht ist. Dadurch wirkt die Transformergesellschaft realistischer. Natürlich sollten die Transformer sich nicht menschlichen Grenzen unterwerfen, eben da sie keine Menschen sind, aber es sind dennoch Lebewesen, also sollten sie sich wie welche verhalten. Damit es aber nicht albern wird, hoffe ich, dass IDW da nicht noch mehr mit der Religion macht, sondern sie einfach so stehen lässt und bloß nicht auf die Idee kommt, Primus auftauchen zu lassen. Auch wenn ich die Geschichte so ganz gern mag, muss ich nämlich Philister zustimmen, dass die Transformer bereits genug mystische Gegenstände haben. Welches Genre war das nochmal? Achja! Science-Fiction. Also warum machen die Autoren in der Zukunft nicht mal einfach mehr mit Wissenschaft, anstatt die Matrix zum hundersten Mal den Tag retten zu lassen?

Customizer_1 - 5/1/2014 um 21:47

Ethik benötigt Religion?

Religion ist ethisch?

Heiliger bimbamm selten so einen Unsinn  gelesen...

Aber guter Witz, konnte fast lachen!

Celice - 5/1/2014 um 22:04

Ähm.
Kein Gottesbuch enthält die Anleitung, Massenmorde oder Vergewaltigungen durchzuführen.
Es gehen einige Untaten in der Geschichte der Menschheit auf religiöse Fanatiker zurück, aber das hat nichts mit der Religion an sich zu tun, sondern mit der Auslegung dieser, durch Menschen, die in den "Worten Gottes" einen Weg gesehen haben, Macht und Einfluss zu gewinnen.
Die meisten Religionen verbreiten sehr wohl Ethik. So enthält z.B. die Bibel die 10 Gebote, die das Zusammenleben unter den Menschen regeln sollten. Auch die Geschichten von Jesus können als Leitfaden für ein ethisch korrektes Leben gesehen werden. Wenn aber nun ein Priester hingeht und sich vor 50 analphabetischen Bauern aufbaut und ihnen erklärt, dass das Buch Gottes sagt, dass sie alle in der Hölle brennen werden, wenn sie nicht tun, was der Priester sagt, dann ist das nicht die Schuld der Religion.

Welche wissenschaftliche MÖGLICHKEIT gibt es denn bitte?
Das klingt nach einer konkreten These mit Hand und Fuß. Ich meine, die Idee eines ersten Bewegers, ist durchaus nicht dem Theismus vorbehalten, doch eine konkretere Vorstellung, als eine Entität Gott, gibt es da eigentlich nicht.

Weiterhin ist die Hauptaussage des Atheismus "Gott ist tot/Es gibt keine göttlichen Wesen". Das schließt für mich durchaus die Existenz einer Transzendens aus.

Also ich werde meinen Text jetzt nicht editieren, auch wenn die Hälfte des Sinns nun fehlt.
Eine kleine Änderung gibt es doch, weil mir die Begründung wieder eingefallen ist: Man kann nicht sagen "Ich glaube nicht". Jeder glaubt an irgendwas. Der eine glaubt an Gott, der andere an die Wissenschaft und wieder jemand anders sucht sich von beiden etwas aus. Ganz anderer erklären sich die Welt vollständig so, wie sie meinen, dass es richtig ist, ohne Anleitung. Aber auch das ist ein Glaube. Der Glaube, kann seine eigene Erklärung. Daher ist Nichtglaube nicht möglich.

Knight3000 - 5/1/2014 um 23:06

Celice hat voll und ganz recht.

Die ersten ethischen Systeme hatten ihren Sitz in religiösen Lehren. Wenn im Namen einer Religion Gräueltaten begangen wurden bzw. werden, dann dient die Religion nur als Vorwand. So wie das Befreien eines Volkes und das Verbreiten von Demokratie, wenn man doch eigentlich nur an Ölquellen ranwill. Ja, das geht auch ganz säkular.

Customizer_1 - 6/1/2014 um 00:31

Glauben an die Wissenschaft?

Wissenschaft ist wissen durch Fakten, nicht glaube, selten dümmeres gelesen.

Zum Thema Vergewaltigung:

Korinther 7, 36
Wenn aber jemand nicht recht zu handeln an seiner Jungfrau meint, wenn er ist in der Vollkraft

und so es muss geschehen, was er will, tue er! Nicht sündigt er; sie sollen heiraten!

"Was er will, tue er! Nicht sündigt er" <- peng


Zum Thema Massenmord:

Samuel 18,27

Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau.

Mach 200 Mann Platt und du wirst belohnt....

Die ersten ethischen Systeme sind Natur gegeben und weit älter also jede noch. So supertolle Religion, denn nenn mir ein Tier außer dem dummen Menschen das unetisch handelt? Die lehrend er drei großen Religionen stellen den Menschen über alles, eine ethischer megafail!

Und ihr beide stempelt Atheismus als unetisch ab, was nicht nur falsch,s oder auch noch engstirnig und dämlich ist


Celice:

Weiterhin ist die Hauptaussage des Atheismus "Gott ist tot/Es gibt keine göttlichen Wesen". Das schließt für mich durchaus die Existenz einer Transzendens aus.


WTF????

Transzendenten ausschließen heißt nur das Götter ausgeschlossen werden, höhere Wesen haben nichts mit Gott oder göttlichen oder gottgleichen Wesen zu tun.

Höhere Wesen heißt einfach nur höher entwickelt.

Bislang hat es kein Wesen nachweislich vermocht ein neues Leben aus dem Reagenzglas oder wie Jehova, Gott, Jahwe, Allah etc... Aus Gedankenkraft zu erschaffen. Und aller voraussicht nach,w RID das auch so bleiben.


@Admins

An diesem Thread sieht man sehr gut, warum Politik und Religion in Foren NICHT diskutiert werden sollte und warum es 99% aller formen dieser Welt nicht tun


Ich bin raus aus dem Thema, kann die ganze Ignoranz Spider sogenannten Gläubigen nicht ertragen, beten einen was vor und kennen ihr eigenen Märchenbuch nicht.....

Celice - 6/1/2014 um 00:55

Doof nur, dass der Grundstein der Wissenschaft eine Behauptung ist, die unbewiesen ist, aber auf der jedoch alles logisch und bewiesen aufbaut.
Es geht hier nicht so sehr um das Wort glauben, im Sinne von nicht sicher sein, sondern eher im Sinne von überzeugt sein. Außerdem geht es im Kern immer nur um das Gleiche: Die Welt zu erklären. Ob man es nun mit dem Glauben an Gott macht, oder durch den Glauben an den Urknall.
Tatsächlich soll übrigens das Glauben an beides möglich sein.

Zum Thema Vergewaltigung: Überleg mal, aus welcher Zeit die Bibel stammt und lies diese Stelle doch bitte mal genau. Die Bibel ist von vorne bis hinten Interpretationswerk. Außerdem darf man keinen Vers der Bibel Wort für Wort nehmen und muss sich nach dem tieferen Sinn richten. Den Ausschnitt habe ich z.B. auch in dieser Version gefunden:
36 Wenn ein Mann nun der Meinung ist, er sollte seine Verlobte besser heiraten, weil es ihm sonst schwer fällt, seine Leidenschaft zu kontrollieren, und es kann nicht anders sein, so ist das gut und keine Sünde. Sie sollen heiraten. 37 Wenn er jedoch innerlich fest entschlossen ist, nicht zu heiraten, und es besteht keine Notwendigkeit und er beherrscht sein eigenes Verlangen, dann ist es besser, nicht zu heiraten.

Oder dieser Version: Wer sich gegenüber seiner Jungfrau ungehörig zu verhalten glaubt, wenn sein Verlangen nach ihr zu stark ist, der soll tun, wozu es ihn drängt, wenn es so sein muss; er sündigt nicht; sie sollen heiraten.

Oder aber dieser Version: Wenn aber jemand meint, er handele unrecht an seiner Jungfrau, wenn sie "überreif“ ist und es so geschehen muss, so tue er, was er will. Er begeht keine Sünde, sie sollen heiraten. 37  Wer aber in seinem Herzen fest steht und keine Not hat, sondern Gewalt über seinen eigenen Willen besitzt [und] dies in seinem eigenen Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu bewahren, wird gut handeln

Die Unterschiede gehen ganz klar auf verschiedene Übersetzungen zurück, zeigen aber sehr deutlich, dass es reine Interpretationssache ist. Der Kern ist aber jedesmal derselbe: Heirate eine Frau, wenn du sie begehrst. Ansonsten lass es.

Zum Samuel Zitat: Der Sieg in einer Schlacht und Massenmord, sind zwei verschiedene Dinge.

Tiere können nicht ethisch oder unethisch handeln, da sie nur nach Instinkt und dem Gesetz der Natur handeln. Tiere machen sich keine Gedanken um die moralischen Folgen ihrer Handlungen. Wenn ein Alphamännchen meint, dass es einen Konkurrenten des Rudels verstoßen muss und danach desen Weibchen besteigen muss, dann ist das halt so. Menschen tun sowas auch, aber die meisten von uns sehen dies als unethisch.

Der Mensch ist dazu imstande, Ethik aufgrund der Vernunft zu erlernen. Ich habe eigentlich nirgendwo behauptet, dass Atheisten unethisch wären und Knights Aussage mit der Ethik aus seinem ersten Post, hatte ich zuvor dezent überlesen.
Dennoch war der Glaube die längste Zeit für die Ethik und die Moralvorstellungen der Menschen verantwortlich.

Das ist glaub ich der einzige Punkt, in dem ich mich korrigieren muss, dass ein höher entwickeltes Wesen nicht automatisch eine Transzendenz ist. Ansonsten hat der Mensch schon Babys in Reagenzgläsern gemacht und geklont wurde auch schon.


Zitat von Customizer_1, am 6/1/2014 um 00:31


@Admins

An diesem Thread sieht man sehr gut, warum Politik und Religion in Foren NICHT diskutiert werden sollte und warum es 99% aller formen dieser Welt nicht tun


Ich bin raus aus dem Thema, kann die ganze Ignoranz Spider sogenannten Gläubigen nicht ertragen, beten einen was vor und kennen ihr eigenen Märchenbuch nicht.....



Du solltest dich vielleicht einfach mal beruhigen und erkennen was hier läuft. Dies hier ist eine Diskussion. Und du überzeugst uns nicht von deiner Meinung, in dem du uns als dumm bezeichnest, unsere Argumente von vorneherein schlecht machst und dann rumheulst, wie ignorant wir doch sind, wenn wir einfach nur mit dir diskutieren. Keiner hier hat dich angegriffen, oder verbietet dir weiterhin deine Meinung zu vertreten. Nur wenn du das schon tust, dann bitte sachlich und richtig.

Und mal so am Rande: Ich bin nicht gläubig und nicht mal getauft oder sowas komisches.

Starfire Magnus - 6/1/2014 um 06:08

Davon ab.. die Bibel ist eine Sammlung von Schriften unterschiedlichster Zeiten.
Und deren Auslegung (Exegese) noch immer ein Bestandteil der Theologien und Religionswissenschaften.
"Die Bibel" als einheitliches Buch ist demnach nicht existent.

Customizer_1 - 6/1/2014 um 07:33


Zitat von Starfire, am 6/1/2014 um 06:08

Davon ab.. die Bibel ist eine Sammlung von Schriften unterschiedlichster Zeiten.
Und deren Auslegung (Exegese) noch immer ein Bestandteil der Theologien und Religionswissenschaften.
"Die Bibel" als einheitliches Buch ist demnach nicht existent.



Bester Kommentar :superb:


Zitat:
Tiere können nicht ethisch oder unethisch handeln, da sie nur nach Instinkt und dem Gesetz der Natur handeln. Tiere machen sich keine Gedanken um die moralischen Folgen ihrer Handlungen.



Nur weil der Mensch die Tiere nicht versteht (der Großteil der Menschen versteht die Natur nicht einmal) heißt es nicht, das sie sich keine Gedanken machen um Moral und Ethik. Man überlege mal nur folgendes: ein Hund versteht ein jedes Wort seines Herrn, sein Mensch versteht seinen Hund aber kein Stück. :)

Was deine Auslegung von "Schöpfung" angeht: ich meinte die Erschaffung eines völlig neuen Lebewesens, künstliche Befruchtung und Klonen ist Enkelin schaffen von leben, sondern "auslagern" und "kopieren" eines natürlichen Prozesses mit bereits vorhandener DNA.

Wenn wir selbst einen DNA strang erschaffen und daraus etwas lebendes und funktionierendes (und wenn es nur eine Mikrobe ist), dann ist dies für mich Schöpfung.

Selbst wenn wir es schaffen würden Dinos zurück zu bringen, so ist das keine Erschaffung von Leben im eigentlichen Sinne :)

Celice - 6/1/2014 um 09:36

@ Starfire: Möchtest du damit sagen, dass Leute, wie du und ich, die Bibel in keinster Form interpretieren sollten und uns nach vorgegebenen Interpretationen von irgendwelchen Herrn Professoren und Doktoren richten sollen?

Keiner der Texte der Bibel ist, soweit ich weiß, in der Neuzeit, geschweige denn nach der Aufklärung entstanden. Es gibt also keinen Text, der Konzepte wie Eigenverantwortung, außer vor Gott, und die Gleichberechtigung, außer in Form von Nächstenliebe, berücksichtigt.

@ Customizer: Ich habe einen Hund und glaub mir, die versteht nicht ein Wort, wenn man mit ihr redet. Sie erkennt bestimmte Klänge und Stimmlagen und kann daher bestimmte Befehle ausmachen, aber die eigentlichen Worte versteht sie nicht. Ich hingegen verstehe auch nicht jeden Laut, den mein Hund von sich gibt, oder jeden Teil seiner Körpersprache, aber ich erkenne einige Körperhaltungen, die das Erfülen verschiedener Bedürfnisse erflehen sollen. Das weiß ich anhand von Beobachtung und dem Zusammenleben mit dem Tier. Die Natur ist ein geregeltes System, mit geben und nehmen. Da ist kein Platz und kein Bedarf für Ethik. Tiere wissen vom Instinkt her, was richtig ist und was nicht. Jäger wissen einfach, dass sie sich nur einzelne Tiere schnappen sollten und nicht eine ganze Herde ausrotten sollten. Das hat nichts damit zu tun, dass die Tiere großartig darüber nachdenken. Tiere sind nämlich kaum bis gar nicht dazu in der Lage, überhaupt zu reflektieren. Und ohne Reflektion ist das Erlangen von Vernunft nicht möglich und ohne Vernunft keine Ethik.

Also viele Menschen sehen künstliche Befruchtung und Klonen schon als schaffen neues Lebens, aber das ist eindeutig Ansichtssache.
Zählt denn für die dich die Modifikation und Umzucht von bereits existenden Lebewesen?
Vorallendingen im Bereich der Mikrobiologie wurden so schon Organismen geschaffen, die mit ihrem Original eigentlich nur noch gemeinsam hatten, dass sie beide Bakterien oder ähnliches waren.

Philister - 6/1/2014 um 10:40

Sorry, ich wollte jetzt hier bestimmt keine Diskussion über Religion vs. Wissenschaft lostreten, auch wenn das natürlich in meinem Text oben angeklungen ist. Das ist eine Diskussion, die wir hier bestimmt nicht abschließend und vollumfassend führen können, weswegen ich das Thema gerne wieder auf die Entstehungsgeschichte der Transformer zurückführen würde, nicht auf die der Menschen.

@Vector Sigma: Natürlich war der G1 Cartoon alles andere als einheitlich darin, wie TFs erschaffen werden und das Thema weibliche Roboter wurde hier auch kaum angeschnitten. Hier war mein Gedanke mehr: es kann alles relativ einfach auf die Quintessons zurückgeführt werden. In mehreren S3 Folgen war z.B. die Rede davon, dass sie anderen Völkern Waffen verkaufen. Insofern ist es nicht weit hergeholt, dass sie auch ihre Roboter damals anderen Völkern verkauft haben und sie somit auch teilweise nach deren Ebenbild erschufen (nach dem eigenen sicher nicht).

Und hier war einfach mein Problem, dass eine recht einfache und Sinn machende Ursprungsgeschichte (intelligente Roboter machen sich selbstständig und erlangen ein eigenes Bewusstsein) mehr und mehr vermenschlicht wird. Nicht nur was die Themen Religion und Mystizismus angeht, sondern auch z.B. dass im Prime Cartoon wieder und wieder von BIO-Technologie die Rede ist und dass zum Beispiel T-Cogs nicht einfach ersetzt werden können sondern "gewachsen";(?) sind. Anstatt also eine verquere, vermenschlichte, mystifizierte Schöpfungsgeschichte für die TFs zu entwerfern (so schön die Zeichnungen im CoP dazu auch sind) sollte man sich vielleicht einfach mal wieder darauf konzentrieren, gute Stories in der (fiktiven) Gegenwart zu erzählen.

Customizer_1 - 6/1/2014 um 11:37

@ Celice:

Zitat: Keiner der Texte der Bibel ist, soweit ich weiß, in der Neuzeit, geschweige denn nach der Aufklärung entstanden.

Stimmt, denn die aufklärung (deshalb heißt sie so) hat annähernd alles darin wiederlegt :)

Zitat: Doof nur, dass der Grundstein der Wissenschaft eine Behauptung ist, die unbewiesen ist, aber auf der jedoch alles logisch und bewiesen aufbaut.

Falsch, aus Atomen entstehen Elemente, aus Elementen, Moleküle, aus molekülen entstehen Aminosäuren, aus Aminosäuren entsteht DNA <- BELEGT, abe rnciht reproduzierbar, da das Millionen Jahre dauert

Zitat: Ich habe einen Hund und glaub mir, die versteht nicht ein Wort,

Behaupteest du, weißt du es? Du kanns tauch Stundnelang auf mich einreden und cih kann dich ignorieren, dennoch verstehe ich dich :)

Zitat: Da ist kein Platz und kein Bedarf für Ethik

Leere Behauptung

Zitat: Tiere wissen vom Instinkt her, was richtig ist und was nicht.

Stimmt, der Mensch ist zu blöd dazu....

Zitat:  Tiere sind nämlich kaum bis gar nicht dazu in der Lage, überhaupt zu reflektieren. Und ohne Reflektion ist das Erlangen von Vernunft nicht möglich und ohne Vernunft keine Ethik.

Biggest <censored> ever! Hoecker, Sie sind raus!

Zitat: Zählt denn für die dich die Modifikation und Umzucht von bereits existenden Lebewesen?

Was hast du an "Erschaffung neuen Lebens" nicht verstanden? Umzucht nimmt vohandenes Leben udn modifizierzt es, Modifikation ist keine Erschaffung, sondern Modifikation

Zitat: Vorallendingen im Bereich der Mikrobiologie wurden so schon Organismen geschaffen, die mit ihrem Original eigentlich nur noch gemeinsam hatten, dass sie beide Bakterien oder ähnliches waren

Nur weil man unendliche viele Kreuzungen vogenommen hat ist das noch lange kein Erschaffen von Leben! Wer aus Aminosäurne eigene DNA herstellt und diesem  Ermöglichen kann sich selbst zu reproduzieren (in welcher Form auch immer). Das was du beschreibst ist folgendes: Ich nehme Wasser aus dem Bodensee, dem Baikal, dem Atlantik und dem Pazifik und Schütte alles in einen Becher, damit habe ich kein Neues Gewässer erschaffen, sondern einen Mix, der nicht mehr zu entwirren ist.

Knight3000 - 6/1/2014 um 12:53

Es gibt Teile der Bibel, die sind veraltet und können heutzutage nicht mehr angewendet werden. Das gilt allerdings auch für viele wissenschaftliche Erkenntnisse (Atome als unteilbare Kugeln ist da ein offensichtliches Beispiel). Die Kernaussagen der Bibel, nämlich die Zehn Gebote und Jesu Goldene Regel, gelten allerdings, und ich hoffe, wir sind uns da einig, unbestritten bis heute. Selbst Kants berühmter Kategorischer Imperativ ist nichts weiter als ein Plagiat, entnommen der Bergpredigt (okay, etwas umformuliert, damit's schlauer klingt...).

Viele Teile des Alten Testaments passen aber nicht mehr zu unserer heutigen Weltsicht, was auch gut ist, sonst hätten wir uns in 3000+ Jahren nicht weiterentwickelt. Diese wurden aber trotzdem im 4. Jahrhundert in der Bibel belassen, zum Einen, um bestehende Traditionen zu ehren, zum Anderen, weil sie in Texten auftauchten, die aus Sicht der damaligen Redaktoren wichtig waren. Wenn David einen Massenmord begeht oder auch nur einen seiner Soldaten töten lässt, um mit dessen Frau zu schlafen, dann heißt das nicht "Seht her, David hat das gemacht, also ist das gut!", sondern es dient dazu, zu zeigen, dass David (und wenn man sich die Bücher über die Könige insgesamt ansieht) das jüdische Königtum insgesamt Fehler gemacht hat, schwerwiegende Fehler. Immerhin ist eine der Hauptabsichten der Königsgeschichten, zu zeigen, dass kein Mensch über die Juden herrschen solle, sondern Gott. Herrje, als es zu Beginn der Königsgeschichten darum geht, dass die Juden einen König wählen wollen, sagt Gott durch einen seiner Propheten sogar klipp und klar: "Wenn ihr das wollt, dann sollt ihr einen König haben. Aber ich sag's euch, das geht nicht gut." Deshalb muss die Bibel stets aufs Neue interpretiert werden, und das nicht nur von Theologen und Geistlichen.
In meiner Zwischenprüfung in Praktischer Theologie wurde ich gefragt, ob man denn als Christ den kirchlichen Authoritäten widersprechen dürfe. In vollster Erwartung, mich in die Nesseln zu setzen, antwortete ich: "Man darf nich nur, man muss sogar, wenn nötig." Nach kurzem Schweigen kam die Frage "Warum?" - "Weil es genau das war, was Jesus getan hat." Ich erntete von meinen Dozenten stummen Beifall.

Ein Problem, dass wir im Deutschen haben, ist das Wort "g/Glauben" und wie es die meisten verstehen. Das religiöse Glauben ist ein Vertrauen auf bestimmte Dinge und besteht so auch außerhalb des religiösen Kontextes. Der Fachmann spricht hier von mythischem Sprach- und Weltverständnis. Freundschaft, Liebe, aber auch Kunst und Musik, und viele andere Dinge, die sich wissenschaftlich nicht belegen oder beweisen lassen, fallen in den Bereich des Mythos. Sein Gegenstück ist der Logos, das Beweisbare, die Welt der Wissenschaft. Diese beiden existieren aber nicht kontrastiv, sondern komplementär, d.h. erst beide zusammen können die Welt in ihrer Gesamtheit erfassen. Auch ist keins der beiden dem anderen überlegen, nur weil eins davon nicht auf eine bestimmte Sache anwendbar ist. Wobei es interessante Vermischungen gibt, wenn z.B. Schaubilder komplexer mathematischer Funktionen als Kunstwerke ausgestellt werden. Naja, Kunst ist, was man Kunst nennt.

Ja, wir haben die Aufklärung hinter uns. Das heißt aber nicht, dass alle Religionen der Welt widerlegt sind, sondern dass wir heute - Sapere aude! - über Religionen und ihre Aussagen nachdenken, statt sie einfach zu akzeptieren. Was aber auch nicht neu ist, denn das haben religiöse Menschen schon immer getan. So entstanden nämlich Philosophie und - Oh Schock! - Naturwissenschaft.

Die biblische Schöpfungsgeschichte steht nicht im Wettstreit mit der Urknall- und der Evolutionstheorie. Die Naturwissenschaft sagt uns, "wie" die Dinge entstanden sind, die Religion(en) "warum", nämlich nicht durch reinen Zufall, sondern durch den Willen eines oder mehrerer Wesen. Dieser Gedanke soll Trost spenden, ja, aber auch darauf verweisen, dass es mehr gibt, als das weltliche Leben.

Customizer_1 - 6/1/2014 um 13:06

Super geschrieben, ganz vielen Dank dafür! Ich stimme natürlich nicht mit allem überein was du geschrieben hast, aber doch mit vielem! Echt klasse! Find es gut das auch bei gläubigen einen diffizilen Blick auf die Dinge gibt und nicht einfach irgendetwas in den Raum wirft (Blanke Behauptungen eben).

Hat mir sehr gefallen :)

HunterPS - 6/1/2014 um 14:26

Großes Lob an Knight3000 für den Beitrag. Finde ich gut!

Aber um nun Back to Topic zu gehen:

Ich gebe Philister recht dahingehend, dass das Quintesson-Theorem eine rational-plausible Erklärung zur Entstehung der Cybertroner liefert und im Sinne der G1 Cartoons ist sie auch ausreichend. Ich frage mich nur: Hätte das genügt, um ein Franchise 30 Jahre lang zu halten? Wie die Serien TF Victory und Konsorten, wäre es schlicht und ergreifend um 2 Roboterfraktionen gegangen, die sich transformieren und bekriegen. Meiner Meinung nach wäre es kein "More than meets the eye" mehr, eher ein "Transforming Robots at war". Insgesamt auch für die Authoren eine schwierige Aufgabe, das Publikum interessiert zu halten.

Deshalb finde ich es gut, dass die Authorenschaft Mythen schafft. Es bietet mehr Möglichkeiten Geschichten zu entwickeln und lässt der Fantasie einen freieren Lauf, als die dauerhafte Anbindung an Paradigmen, wie das Quintesson-Theorem. Gerade der Mythos um Primus und Unicron, und die daraus folgende Einberufung der 13 Primes machen das ganze epischer. Für das Storytelling lassen sich so never ending stories entwickeln, und das wünsche ich mir eigentlich für die Transformers: Das es niemals aufhört.

Das Thema Sexismus ist schwierig. Es ist aber großartiger Diskussionszündstoff, und als solches schätze ich es auch. Stories kommen nicht ohne stereotype Figuren aus. Erst wenn die Hauptfigur ein wandelndes Klischee wird, dann seh ich rot. Da ich mich aber bei den Comics und der weiteren Lore nicht auskenne, halte ich mich da raus.

Wir, das Publikum, werden angehalten uns mit dem Thema auseinander zu setzen, und darüber zu reflektieren. (More than meets the eye) Wenn man den Untertitel der Transformers "More than meets the eye" noch aus philosophischer Sicht betrachten möchte, dann sind die Transformers mehr als nur Roboter, die sich in Fahrzeuge und Bestien verwandeln. Jeder TF hat eine eigene Persönlichkeit, eine Programmierung, die ihn von anderen unterscheidet. Und auch wenn sie dadurch vermenschlicht werden, es ist genau diese Vermenschlichung, die sie so sympathisch macht.

...und wenn ich wirklich ehrlich bin, gefällt mir das Quintesson-Theorem nicht. Es ist wie eine unangenehme Wahrheit und nimmt einem die Illusion vom Unglaublichen.

Philister - 6/1/2014 um 14:38

HunterPS, da kann ich nur teilweise zustimmen. Die (für mich) bisher story-technisch besten Serien (Beast Wars und Animated) haben eigentlich komplett darauf verzichtet, die Ursprünge der Transformers zu beleuchten oder irgendwie drauf einzugehen. Okay, Animated hatte mit dem Allspark eigentlich DEN Zaubergegenstand schlechthin und auch in Beast Wars sind die Grenzen zwischen Biologie und Technologie gerne mal etwas verschwommen, aber es lief alles ohne große Mythologie ab.

Das persönliche Gefallen ist natürlich ein ganz anderes Argument und ich bezweifle nicht, dass es viele Fans gibt, die die Primus / Unicron Nummer besser finden als die Quintesson Variante. Ist halt eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Ach so, Celice: Primus wurde in den IDW Comics schon mehrfach erwähnt, als einer der fünf der Guiding Hand. Nur die Erwähnung von Unicron hat man bisher komplett umschifft. ;)

Customizer_1 - 6/1/2014 um 14:58

in den movies hätte man die Trilogie schön logisch aufbauen können:

1 teil Allspark einführen

2 teil Den Harvester aus Aufladegerät von Megatron holen lassen, da er ja nun weiß wo der Allspark ist, am end enen Cliffhanger einbauen der die Quintessions einführt, da sie die energiesignatur des Harvesters entdeckt haben udn ihre eigene kreation (TFs) vernichten wollen

3 teil: decepticons UND autobots vs quintessions

ENDE

HunterPS - 6/1/2014 um 15:27

Sehr starke und gut durchdachte Idee!...und damit leider nicht tauglich für das breite Kinopublikum.

Knight3000 - 6/1/2014 um 17:09

Der Drang nach Sexualisierung der TFs ist verständlich, da es Menschen schwerfällt, sich hochentwickeltes Leben nicht-geschlechtlich vorzustellen, da Geschlechtlichkeit fundamentaler Bestandteil unserer Existenz ist (auch wenn die Geschlechterrollen sich immer wieder wandeln). Ähnlich ist es mit der Frage nach dem Ursprung, sei es unser eigener, oder der einer fiktiven Roboterrasse: Diese Frage wird immer wieder gestellt werden, bis eine Antwort gefunden (oder erfunden) ist. Und wie Fans von Slasher-Filmen schon seit ein paar Jahren wissen: Die Antwort zu haben macht's nicht immer besser.

Die Geschichte im Covenant (die ich nur in Kurzform kenne) kombiniert Elemente vieler "klassischer" Schöpfungsmythen, vor allem aus dem Ägyptischen Raum und dem Vorderen Orient (Babylon, Sumer). Das fängt bei der Zahl der "ersten Geschöpfe" an und endet bestimmt nicht bei der toten weiblichen Gottheit, die zur Quelle allen Lebens wird, auf. So weit, so gut. Beim Aktualisieren des Quellmaterials hat man sich aber nicht genug Mühe gegeben: Ein oder zwei weitere Ur-TFs weiblich zu machen, damit nicht die einzige überhaupt stirbt (und das auch noch in 'nem Liebesdreieck), hätte meiner Meinung nach schon geholfen. Seit der ägyptischen Göttin Nut (Nein, meine lieben E-Phasen-Schüler, nicht "TRANSFORMER";) und der babylonischen Tiamat hat sich ja doch ein bisschen was getan.
Somit bleibt die Geschichte für ein heutiges Publikum weitgehend unzufriedenstellend.

Customizer_1 - 6/1/2014 um 17:23

99,99999_% Allen Lebens ist ungeschlechtlich udn vermehrt sich auch so, aber ja der Mensch rafft das oft nicht.... ;)

Celice - 6/1/2014 um 17:32

@Customizer:

Zitat: Stimmt, denn die aufklärung (deshalb heißt sie so) hat annähernd alles darin wiederlegt

Hier drängt es sich schon fast auf, auf dein unsachliches Niveau zu treten, aber das bringt die Diskussion nicht voran.
Die Aufklärung hatte rein gar nichts mit der Widerlegung der Bibel zu tun. Die Aufklärung war eine Bewegung, bei der die Menschen dazu aufgerufen wurden ihren eigenen Verstand zu nutzen und sich nicht mehr blind von anderen lenken zu lassen und das Lesen zu erlernen, damit sie sich nicht mehr von ihren Fürsten oder Priestern hinters Licht führen lassen können. Die Vorreiter der Aufklärung haben auch niemanden gesagt, er solle nicht mehr glauben, sondern hinterfragen und selbst nachdenken.

Zitat: Falsch, aus Atomen entstehen Elemente, aus Elementen, Moleküle, aus molekülen entstehen Aminosäuren, aus Aminosäuren entsteht DNA <- BELEGT, abe rnciht reproduzierbar, da das Millionen Jahre dauert

Aua.
Atome bilden keine Elemente. Atome bilden Rümpfe, Ionen, Moleküle und Komplexe. Elementar beschreibt einen atomaren Zustand.
Die Erde ist seit 3,9 Milliarden Jahren "bewohnbar". Die ältesten Hinweise auf Photosynthese sind 3,8 Milliarden Jahre alt. Das Leben ist also recht schnell entstanden. Eine menschliche Schwangerschaft dauert übrigens im Durchschnitt 9 Monate. Hierbei handelt es sich natürlich um kein künstlich geschaffenes Leben, sondern viel mehr für einen Beweis, dass Leben keine Millionen Jahre braucht, um gebildet zu werden. Was Millionen Jahre gedauert hat, ist die Evolution, aber das ist etwas anderes. Weiterhin entstehen aus Aminosäuren Proteine, welche sich zu längeren Strängen verbinden, welche dann die DNA bilden.

Es gibt immer noch viele, viele, viele Dinge in der Natuwissenschaft, die unbeweisbar sind. Oder kannst du mir beweisen, dass 1+1 gleich 2 ist?
Es ist auch noch gar nicht solange her, da konnte man das Atommodel nicht beweisen und hat trotzdem damit gearbeitet. Unter der Vorraussetzung, dass es Atome wirklich gibt, machte nämlich alles andere Sinn.
Von den Elementarteilchen, die noch kleiner sind, als Atome und die immer noch nicht nachweisbar sind, möchte ich hier gar nicht erst anfangen.

Zitat: Behaupteest du, weißt du es? Du kanns tauch Stundnelang auf mich einreden und cih kann dich ignorieren, dennoch verstehe ich dich

Also ich glaube nicht, dass du mich mit großen fragenden Augen angucken würdest, wenn du mich ignorieren würdest.

Zitat: Leere Behauptung

Leere Entgegnung. Meine "leere" Behauptung erklärt sich im Folgesatz. Tiere benötigen keine Ethik, da Instinkt. Weiterhin ist kein Platz für Ethik, da ein Tier sich über seine Taten keine Gedanken machen muss, da die Natur ein abgeschlossenes System ist, dass sich selbst reguliert. So gibt es z.B. verschiedene Pilze, die nur den Zweck erfüllen, die Population verschiedener Arten auf einem akzeptablen Stand zu halten. Es herscht auch in jedem unberührten Ökosystem ein Gleichgewicht an Beute und Jäger. Eine Art stirbt nur dann aus, wenn sie sich nicht anpassen kann, z.B. an einen Klimawandel, oder aber wenn der Mensch eingreift.

Zitat: Stimmt, der Mensch ist zu blöd dazu....

Der Mensch hat sich über einen Instinkt hinaus entwickelt und ist in der Lage bewusst und eigenverantwortlich zu handeln. Daher benötigt er auch Ethik, bzw ein Gewissen. Ohne ein Gewissen kannst du nicht entscheiden, was richtig und was falsch ist. Wenn du über dein Handeln nicht nachdenkst, bzw reflektierst, dann kannst du es auch nicht nach richtig oder falsch sortieren. Daher benötigst du die Vernunft, die Gabe deinen gesunden Menschen Verstand zu nutzen, um über deine Taten nach zudenken und sie mit deinem Gewissen zu vereinbaren und mit deiner eigenen Vorstellung von Ethik. Daraus schließe ich erneut: Ohne Reflektion, ohne Reflektion keine Vernunft und ohne Vernunft keine Ethik.

Zitat: Biggest <censored> ever! Hoecker, Sie sind raus!

Vollkommen unsachlicher und aussageschwacher Einwurf, mit einem argumentativen Gehalt von weniger als 0, der deine Position nicht nur erheblich schwächt, sondern auch an deinen rhetorischen Fähigkeiten zweifeln lässt.

Zitat: Was hast du an "Erschaffung neuen Lebens" nicht verstanden? Umzucht nimmt vohandenes Leben udn modifizierzt es, Modifikation ist keine Erschaffung, sondern Modifikation

Das war einfach nur eine Frage, wie du diesen Zusammenhang siehst. Es gibt zwar eine allgemeingültige Definition von Leben, aber das hindert weder dich noch mich daran, sich auch da eine eigene Meinung zu bilden. Auch die Definition von neu kann bei jeder Person variieren. Davon aber mal abgesehen, habe ich nochmal nachgedacht und nochmal recherchiert. Die Schaffung von neuem Leben ist möglich. Es ist möglich vollkommen neue Basensequenzen in einem Labor zu erstellen und diese nach belieben zusammenzusetzen. Natürlich kommen dabei keine hochkomplexen Lebensformen bei raus, aber auch Einzeller erfüllen die Definition von Leben.


@ Philister: Mein Fehler, habe mich undeutlich ausgedrückt. Ich meinte ein physisches Erscheinen von Primus in der Gegenwart, sprich sein physisches Erscheinen in Legenden und unbestätigten Überlieferungen zählt für mich nicht. Beispiel sind z.B. die alten Marvel Comics und RG1, wo er wirklich physisch erschienen ist, auch wenn es in anderer Gestalt war. Es gab bereits einige kleine Anpsielungen auf Unicron, z.B. in Ongoing Heft 31, wo erwähnt wird, dass Wheelie der erste war, der den großen Vernichter(?) gesehen hat. Muss natürlich nicht zwingend Unicron sein, ist aber möglich. Dennoch hoffe ich, dass wir Unicron im IDW Universum NICHT sehen werden.

Was mich übrigens auch sehr stört, wo ich dir recht gebe, ist dieser Unsinn von Biotechnologie. Als ob wir es nicht akzeptieren könnten, dass die Transformer eine rein mechanische Lebensform sind. Ich meine, wie viele Jahre hat das gut geklappt?
Mir gefiel auch Beast Machines nicht so sehr, unter anderem, wegen diesem Thema.

Customizer_1 - 6/1/2014 um 18:14

Zitat: Was mich übrigens auch sehr stört, wo ich dir recht gebe, ist dieser Unsinn von Biotechnologie. Als ob wir es nicht akzeptieren könnten, dass die Transformer eine rein mechanische Lebensform sind. Ich meine, wie viele Jahre hat das gut geklappt?

Volle Zustimmung! Data und der Doktor lassen Grüßen! :)

Celice - 6/1/2014 um 19:24


Zitat von Customizer_1, am 6/1/2014 um 18:14

Volle Zustimmung! Data und der Doktor lassen Grüßen! :)



Eigentlich meinte ich innerhalb vom Transformer Universum, aber Star Trek passt immer gut.
Übrigens kannst du echt unglaublich süße Nachrichten schreiben. Schade, dass ich nicht mehr davon bekomme. <3

Customizer_1 - 6/1/2014 um 21:00

Das lässt sich einrichten, schreib nur mehr von deinem. Gedanken nieder ;)

@obrigkeit: es sprüht hier der Sarkasmus auf beiden seiten

Celice - 6/1/2014 um 21:34

Ich meinte deine privaten Nachrichten, die ich wirklich süß finde. Von Sarkasmus keine Spur.

Customizer_1 - 7/1/2014 um 09:57

Ich weiß, deswegen hab ich es zur Erklärung für die Admins geschrieben, aber nich mal das hast du vertstanden Honey  http://ehrlichforum.iphpbb3.com/forum/images/users/u1/3903/smilies/smiley1722.gif


Nix für ungut :)

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